A

Ablösung
Wechsel des Darlehensgebers, um einen bestehenden Kredit durch ein neues Darlehen einen zurückzuzahlen.
Abtretung
Übertragung von Rechten und Ansprüchen auf einen Dritten. So kann ein Darlehensnehmer zum Beispiel einen Anspruch auf die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung an den Darlehensgeber abtreten. Des Weiteren können bei einer Immobilienfinanzierung die Rechte und Ansprüche aus Bausparverträgen, Grundschulden und Investmentfonds abgetreten werden.
Annuität
Die Zahlung von Zins und Tilgung, die pro Jahr auf ein gewährtes Darlehen anfallen. Die Höhe dieser Zahlung bleibt über die gesamte Sollzinsbindungsfrist konstant.
Annuitätendarlehen
Langfristiges Darlehen, das vom Darlehensnehmer in konstanten Raten (siehe auch Annuität) zurückgezahlt wird. Die Rate setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen. Über die Dauer der Laufzeit verringert sich der Zinsanteil in der Rate, während sich der Tilgungsanteil erhöht.
Anschlusskosten
Kosten für den Anschluss von Grundstück und Haus an das öffentliche Versorgungsnetz. Darunter fallen zum Beispiel die Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Gas- bzw. Stromversorgung und die Telekommunikation.
Aufteilungsplan
Eine Bauzeichnung, die von der Baubehörde mit Unterschrift beurkundet wurde. Ein solcher Plan muss sowohl die Aufteilung des Gebäudes als auch die Lage und Größe der im Sondereigentum und gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Gebäudeteile aufweisen. In der Regel erfolgt eine fortlaufende Nummerierung der Nutzungseinheiten, durch die Verwechslungen und Irrtümer ausgeschlossen werden sollen.
Auszahlungsvoraussetzungen
Eine Bank stellt für die Auszahlung eines Darlehens gewisse Bedingungen auf. Diese werden im Darlehensvertrag vereinbart und müsse innerhalb einer bestimmten Frist erfüllt werden (z.B. die Eintragung der Grundschuld).

B

Bauantrag
Schriftlicher Antrag auf eine Baugenehmigung, der bei einer Baubehörde gestellt werden muss. Zur Einleitung des Baugenehmigungsverfahrens mit dem Bauantrag, müssen bestimmte Unterlagen vorliegen wie zum Beispiel ein Lageplan mit Berechnung der Wohn- und Nutzflächen, Bauzeichnungen, die Berechnung des umbauten Wohnraums nach DIN 277 oder statistische Berechnungen.
Baubeschreibung
Detaillierte Aufstellung über Ausstattungs- und Ausfertigungsmerkmale eines Bauvorhabens. Wichtige Inhalte der Baubeschreibung sind zum Beispiel die Beschaffenheit der Wände und des Daches, die Heizung, die Art der Fenster etc. Außerdem gibt sie genaue Auskunft über die beim Bau verwendeten Materialien. Aufgrund der Wichtigkeit einer Baubeschreibung für die Beurteilung der Qualität eines Gebäudes ist diese ein zentraler Bestandteil der Finanzierungsanfrage. Darüber hinaus ist sie dem Antrag auf Baugenehmigung beizufügen.
Baugenehmigung
Ein in den jeweiligen Bauordnungen der einzelnen Bundesländer vorgeschriebenes förmliches Verfahren zur Genehmigung eines Bauvorhabens. Eine Baugenehmigung ist gebührenpflichtig und zeitlich befristet. Ohne die Erteilung einer Baugenehmigung darf mit den Baumaßnahmen nicht begonnen werden. Für bestimmte Baumaßnahmen ist in einigen Bundesländern eine Bauanzeige ausreichend.
Baugrenze
Die im Bebauungsplan festgelegte Grenze, die nach § 23 der Baunutzungsverordnung (BauNVO) von Gebäuden oder Gebäudeteilen nicht überschritten werden darf.
Baunebenkosten
Unter anderem die Kosten für Architekten- und Ingenieurleistungen, die Gebühren für behördliche Prüfungen und Genehmigungen und die Kosten für die Finanzierung.
Bauspardarlehen
Ein von den Bausparkassen gewährtes nachrangiges Baufinanzierungsdarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke. Je nach Tarif spart der Bausparer beispielsweise 40 % oder 50 % der Bausparsumme an und erhält anschließend ein Bauspardarlehen von entsprechend 60 % bzw.
50 %. Der Vorteil von Bauspardarlehen ist der relativ günstige Darlehenszinssatz.
Bausparen
Regelmäßiges Sparen, um ein Darlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke zu erhalten. Vor dem Abschluss eines Bausparvertrages wird eine Mindestsumme festgelegt, zu deren Ansparung sich der Bausparer verpflichtet. Nach der Ansparphase erwirbt er das Recht auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen. Aufgrund steuerlicher Vorteile sowie der Förderung durch die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage für vermögenswirksame Leistungen bleibt das Bausparen eine beliebte Möglichkeit der Immobilienfinanzierung.
Bausparguthaben
Summe der in einem Bausparvertrag bereits angesparten Bausparbeiträge inklusive der Zinsen.
Bausparkasse
Bausparkassen sind Kreditinstitute, deren Geschäftsbetrieb darauf gerichtet ist, Einlagen von Bausparern entgegenzunehmen und aus den angesammelten Beträgen den Bausparern für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen Gelddarlehen zu gewähren. Das Bauspargeschäft darf nur von Bausparkassen betrieben werden. (Gesetz über Bausparkassen § 1.1)
Bausparsumme
Betrag, über den ein Bausparvertrag abgeschlossen wird. Dieser setzt sich aus Bausparguthaben und Bauspardarlehen zusammen. Von der Bausparsumme hängt unter anderem die Höhe des monatlichen Tilgungsbeitrags und der Abschlussgebühr ab.
Bebauungsplan
Ein Plan, in dem die zulässigen baulichen Nutzungsarten rechtsverbindlich festgesetzt werden. Darin sind alle wesentlichen Angaben zur künftigen Gestaltung des Gebiets zu finden. Ein Bebauungsplan beinhaltet beispielsweise die Bauweise, die überbaubaren und nicht überbaubaren Grundstücksflächen, die Baugrenzen, die Anzahl der Geschosse und die Mindestgröße der Baugrundstücke.

C

CO2-Gebäudesanierung
Die KfW bietet mit CO2-Gebäudesanierungsprogramm den Eigentümern eines Altbaus günstige Darlehen für Umbauarbeiten an, die den Energieverbrauch der Immobilie deutlich senken. Ein solches Programm können Privatpersonen nicht bei der KfW direkt beantragen, sondern es wird ausschließlich über eine vermittelnde Bank beantragt.

D

Darlehensbewilligung
Rechtlich verbindliche Zusage eines Darlehensgebers zur Gewährung eines Darlehens.
Darlehensphase
Der Ablauf eins Bausparvertrages ist gegliedert in Spar- und Darlehensphase. An die Sparphase eines Bausparvertrages schließt sich mit Auszahlung des Darlehens die Darlehensphase an. Hierfür muss ein separater Darlehensvertrag geschlossen werden. Während der Darlehensphase zahlt der Darlehensnehmer jeden Monat seine Darlehensrate an die Bausparkasse. Diese setzt sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen.

E

Effektiver Jahreszins
Zinssatz eines Darlehens, in dem nahezu alle anfallenden Kostenbestandteile und Tilgungsmodalitäten berücksichtigt sind. Der Effektivzins ermöglicht grundsätzlich den Vergleich verschiedener Angebote und seine Berechnung ist in der Preisangabenverordnung (PAngV) geregelt.
Eigenkapital
Eigene Vermögenswerte, die für die Immobilienfinanzierung eingesetzt werden. Zum Eigenkapital zählen Bargeld, Bank- und Sparguthaben, Wertpapiere, eigenes unbelastetes Grundstück, Bausparguthaben und Eigenleistungen.
Eigenleistung
Persönliche Arbeitsleistung (Selbst-, Verwandten- und Nachbarschaftshilfe), die zur Einsparung von Handwerkerlohnkosten erbracht wird. Risiken liegen hierbei jedoch im hohen Zeitaufwand, der längeren Bauzeit und dem Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen.
Erbbaurecht
Ein in der Regel zeitlich begrenztes (meist 99 Jahre) Recht, das einem Bauherrn ermöglicht, ein Haus zu errichten und zu nutzen, ohne das Grundstück selbst kaufen zu müssen. Dafür zahlt er über die gesamte Nutzungsdauer einen im Voraus vereinbarten Erbbauzins an den Eigentümer des Grundstückes.
Erbpacht
Erbpacht ist ein anderes Wort für den Begriff Erbbaurecht. Dieses Recht ist in der Regel zeitlich begrenzt (meist 99 Jahre) und ermöglicht einem Bauherrn, ein Haus zu errichten und zu nutzen, ohne das Grundstück selbst kaufen zu müssen. Dafür zahlt er über die gesamte Nutzungsdauer einen im Voraus vereinbarten Erbbauzins an den Eigentümer des Grundstücks.
Erschließungskosten
Bevor auf einem unbebauten Grundstück gebaut werden kann, muss das Grundstück baureif gemacht werden. Die Kosten, die dabei entstehen, werden Erschließungskosten genannt. Dazu gehören Aufwendungen für den Anschluss des Grundstücks an die Kanalisation, an öffentliche Verkehrswege und an die Wasser- und Energieversorgung.
Ertragswert
Der Ertragswert ist insbesondere bei vermieteten Mehrfamilienhäusern relevant und bildet die Grundlage zur Berechnung des Beleihungswertes. Die Erträge aus Mieten und Pachten abzüglich der Bewirtschaftungskosten ergeben dafür die Berechnungsbasis. Für den Ertragswert werden sie auf die Restnutzungsdauer der Immobilie hochgerechnet.
Erwerbskosten
Alle Kosten, die beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie anfallen. Dazu zählen die Maklerprovision, Gerichts- und Notargebühren, Vermessungskosten sowie Kosten für Bodenuntersuchungen oder den Grundbucheintrag. Ist die Immobilie nicht zur Eigennutzung vorgesehen, können die Erwerbskosten steuerlich abgesetzt werden.

F

Festdarlehen
Langfristiges Darlehen, das am Ende der Sollzinsbindung in einer Summe zurückgezahlt wird. Während der Sollzinsbindung sind nur die Zinsen zu entrichten. Für die Tilgung des Darlehens werden häufig Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen oder Investmentfonds bespart.
Festzins
Der bei Immobiliendarlehen für einen bestimmten Zeitraum (in der Regel 5, 10 oder 20 Jahre) festgeschriebene Zinssatz. Darlehen mit einer Sollzinsfestschreibung von 5 oder 10 Jahren können in dieser Zeit nicht gekündigt werden. Die Kündigung eines Darlehens mit einer Sollzinsfestschreibung von mehr als 10 Jahren ist jedoch nach Ablauf von 10 Jahren unter Berücksichtigung einer sechsmonatigen Frist möglich.
Finanzierungsplan
Detaillierte Aufstellung über die Herstellungs- und Erwerbskosten einerseits sowie über die für die Finanzierung einzusetzenden Eigen- und Fremdmittel andererseits. Der Finanzierungsbedarf ergibt sich aus der Differenz der Gesamtkosten und der Eigenmittel. Anhand dessen wird für den Darlehensnehmer ein Tilgungsplan erstellt, der die anfallenden Zins- und Tilgungsleistungen auflistet und die monatliche Belastung enthält.
Flurkarte
Landkarte, die alle Flurstücke einer Gemarkung abbildet. Sie kann beim zuständigen Katasteramt eingesehen und angefordert werden.
Flurstück
Bezeichnung für eine bestimmte Grundstücksfläche, die eine genaue Identifizierung dieser Fläche ermöglicht. Ein Grundstück kann aus einem oder mehreren Flurstücken bestehen.
Forward-Darlehen
Ein Forward-Darlehen ist eine spezielle Form der Anschlussfinanzierung im Rahmen einer Baufinanzierung. Mit einem Forward-Darlehen können sich Darlehensnehmer bis zu 60 Monate vor Ablauf der bestehenden Zinsbindung tagesaktuelle Zinsen für ihre Anschlussfinanzierung sichern. Die Auszahlung des Forward-Darlehens erfolgt pünktlich zum Ablauf der vorher bestehenden Sollzinsbindung und löst diese Finanzierung ab. Damit beginnt die neue Ratenzahlung. Da zwischen Abschluss und Auszahlung des Forward-Darlehens für jeden Monat ein geringer Zinsaufschlag fällig wird, liegt die Kondition des Forward-Darlehens in der Regel leicht über den aktuellen Konditionen für Immobiliendarlehen. Je länger die Vorlaufzeit, desto höher der Aufschlag. Wichtig: Auch wenn die Zinsen zum Zeitpunkt der Auszahlung unter oder über dem vereinbarten Zinssatz liegen, muss ein Forward-Darlehen immer zu den vereinbarten Konditionen abgenommen werden.

G

Grundbuchauszug
Vollständige Abschrift aller zu einem Grundstück bestehenden Grundbucheintragungen, die beim zuständigen Grundbuchamt von jedem mit berechtigtem Interesse angefordert werden kann. Als berechtigtes Interesse gilt beispielsweise das Kaufvorhaben an einer Immobilie. Um eine Immobilienfinanzierung zu beantragen, ist der Grundbuchauszug notwendig.
Grunderwebssteuer
Steuer, die beim Kauf bebauter und unbebauter Grundstücke fällig wird. Sie kann je nach Bundesland und Örtlichkeit zwischen 3,5 und 5 % des Kaufpreises betragen. Auskunft über die genaue Höhe erteilt das örtliche Finanzamt.
Grundschuld
Pfandrecht, mit dem ein Grundstück zur Sicherung eines Darlehens durch Eintragung im Grundbuch belastet wird. Meist wird eine Grundschuld zugunsten eines Gläubigers in das Grundbuch eingetragen. Damit sichert dieser seine Forderungen gegenüber dem Eigentümer ab. Die Grundschuld ist abstrakt, das heißt, dass sie auch ohne Bestehen einer bestimmten Forderung im Grundbuch aufgeführt sein kann.
Grundschuldbestellung
Mit der Grundschuldbestellung stimmt ein Eigentümer der Belastung seiner Immobilie zu. Diese Zustimmung muss notariell beurkundet werden und ist mit dem Antrag auf Eintragung in das Grundbuch verbunden.

H

Hypothek
Möglichkeit für Gläubiger ihre Forderung gegenüber dem Immobilieneigentümer durch das Grundstück abzusichern. Im Gegensatz zur Grundschuld ist die Hypothek abhängig von der ihr zugrundeliegenden Forderung. Das heißt, dass die Hypothek erlischt, sobald die persönliche Forderung bezahlt ist. Heutzutage ist die Hypothek weitestgehend durch die Grundschuld ersetzt worden (Reduzierung von Kosten und Arbeitsaufwand).
Hypothekendarlehen
Durch ein Grundpfandrecht gesichertes langfristiges Darlehen. Um den Hypothekendarlehensnehmer gegen kurzfristige Zinsschwankungen abzusichern, wird der vereinbarte Zins für einige Jahre festgeschrieben.

I

Immobilie
Allgemeine Bezeichnung für unbebaute oder bebaute Grundstücke aller Art einschließlich der darauf errichteten Gebäude.
Instandhaltungskosten
Kosten, die zur Beseitigung der üblichen und gebrauchsbedingten Abnutzung bei Immobilien anfallen. Darunter fallen beispielsweise regelmäßige „Schönheitsreparaturen“ oder die Instandhaltung der Heizungsanlage. Instandhaltungskosten können steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden.

K

Kapitalanlage
Anschaffung einer Immobilie zur Vermietung oder Verpachtung, um durch Mieteinnahmen und steuerliche Vorteile Gewinn zu erzielen.
Kaufvertrag
Notariell beurkundeter Vertrag, mit dem der Kauf einer Immobilie erfolgen muss, um rechtsgültig zu sein. Im Kaufvertrag werden unter anderem auch die Bedingungen für die Eigentumsübertragung geklärt. Der Verkäufer tritt seine Rechten und Pflichten an den Käufer ab und verpflichtet sich zur Übertragung des Eigentums, sobald er den vereinbarten Kaufpreis erhalten hat.
KfW
KfW ist die Abkürzung für die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Sie ist ein bundeseigenes Institut und vergibt zinsgünstige Darlehen, mit denen privater Wohnungsbau und ökologisches Bauen gefördert sowie die Wirtschaft unterstützt werden sollen. Da die KfW ihre Mittel nicht selbst vergibt, kann die Beantragung eines KfW-Darlehens nicht bei ihr selbst erfolgen, sondern muss über eine vermittelnde Bank laufen.
KfW-Wohneigentumsprogramm
Das von der KfW angebotene Wohneigentumsprogramm eignet sich für alle, die eine Immobilie zur Eigennutzung erwerben möchten.
Konditionen
Unter Konditionen versteht man die Kosten, zu denen ein Darlehensgeber bereit ist, ein Darlehen zu gewähren. Dazu gehören Sollzinssatz, Dauer der Sollzinsfestschreibung, Tilgungssatz, Auszahlungskurs sowie Bearbeitungskosten, Bereitstellungszinsen und Beginn der Tilgung. Die günstigste Finanzierung lässt sich nur unter Einbeziehung aller Faktoren und durch sorgfältigen Vergleich der Gesamtkondition ermitteln.
Konsumentenkredit
Ein Konsumentenkredit richtet sich an private Haushalte und dient der Finanzierung des Güterverbrauchs. Er bietet sich insbesondere für Beträge zwischen 5.000 und 50.000 Euro an. Die monatliche Rate wird je nach Laufzeit (bis zu 10 Jahre) und Konditionen des Kredits festgelegt und ist in der Regel für die gesamte Laufzeit gültig. Sondertilgungsoptionen sind selbstverständlich möglich.

L

Laufzeit
Zeitraum von der Auszahlung bis zur vollständigen Rückzahlung eines Darlehens. Die Laufzeit ist von der Tilgung und vom Sollzinssatz abhängig. Häufig wird der Begriff Laufzeit mit dem der Sollzinsbindung verwechselt. Die Sollzinsbindung beschreibt jedoch lediglich den Zeitraum, für den die Zinsen fest vereinbart sind.
Löschungsbewilligung
Öffentlich beglaubigte Erklärung des Gläubigers (z. B. Kreditgeber). Nach der Rückzahlung des Darlehens wird hiermit der Löschung des Grundpfandrechts (Hypothek oder Grundschuld) zugestimmt.

M

Modernisierung
Erhöhung des Wohn- oder Nutzwertes eines bestehenden Gebäudes sowie Anpassung an die Anforderungen gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse. Erreicht werden kann dies zum Beispiel durch Veränderungen am Grundriss oder die Erneuerung der Ausstattung. Die Modernisierung einer Immobilie steigert nicht nur dauerhaft deren Wert und kann helfen, Energiekosten zu verringern, sondern erhöht auch die Lebensqualität und den Wohnkomfort.

N

Nachfinanzierung
Finanzierungsbedarf, der über den ursprünglich abgeschlossenen Nettodarlehensbetrag hinausgeht. Eine Nachfinanzierung kann notwendig werden, wenn die für das Bauvorhaben geplanten Kosten während der Bauphase überschritten werden und deswegen zusätzliche Gelder benötigt werden.
Nebenkosten
Beim Kauf einer Immobilie entstehen Nebenkosten, die zusätzlich zum reinen Kaufpreis bezahlt werden müssen. Dies sind die Grunderwerbssteuer (variiert von Bundesland zu Bundesland zwischen 3,5 und 6 %), Notar- und Grundbuchgebühren (ca. 2 %) und ggf. Maklerprovision. Bei der Kalkulation der Gesamtinvestition dürfen diese Kosten nicht vernachlässigt werden. Nach dem Erwerb fallen laufende Nebenkosten wie Betriebs- bzw. Bewirtschaftungskosten der Immobilie an. Diese müssen bei der Ermittlung der monatlichen Belastung berücksichtigt werden.
Nominalzins
Alte Bezeichnung für die Höhe der Darlehensverzinsung, die mit der neuen Verbraucherkreditlinie vom 11.06.2010 durch den Begriff „Sollzins“ ersetzt wurde.
Notaranderkonto
Ein auf den Namen eines Notars eingerichtetes Bankkonto, auf dem fremde Gelder treuhänderisch verwaltet werden. Das Notaranderkonto ermöglicht eine vorzeitige Darlehensauszahlung, wenn die Grundschuld noch nicht eingetragen ist. Der Notar gewährleistet eine zweckmäßige Verwendung der Gelder (Treuhandauftrag).

Ö

Ökologisch Bauen
Mit dem Programm "Ökologisch Bauen" fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verschiedene Bauvorhaben, die gewisse Anforderungen erfüllen. Eine mit diesen Mitteln finanzierte Immobilie muss beispielsweise deutlich weniger Energie verbrauchen als Bestandsbauten.

P

Prolongation
Verlängerung eines bestehenden Darlehens nach Ablauf der Zinsbindung. Bei einer Prolongation findet kein Wechsel des Darlehensgebers statt, sondern es werden lediglich die Konditionen an die aktuellen Werte und die aktuelle Situation des Darlehensnehmers angepasst.

R

Renovierung
Instandhaltung oder Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands eines Immobilienobjekts. Im Gegensatz zur Modernisierung geht es nicht vorrangig darum, den Wert zu erhöhen oder die Wohnqualität der Immobilie zu verbessern.
Restschuld
Zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht zurückgezahlter (getilgter) Teil eines Darlehens. Die Höhe der jeweiligen Restschuld kann anhand des mit dem Darlehen verbundenen Tilgungsplans festgestellt werden.
Rücktritt vom Darlehensvertrag
Einseitige Aufhebung eines noch nicht ausgezahlten Kreditvertrages durch den Darlehensgeber. Die Bank behält sich vor, von dem Vertrag zurückzutreten, wenn zum Beispiel nachträglich Informationen bekannt werden, die eine Auszahlung nicht mehr rechtfertigen. Auch falsche Angaben im Darlehensantrag berechtigen den Kreditgeber, zurückzutreten und eine so genannte Nichtabnahmeentschädigung zu verlangen.

S

Schufa
Abkürzung für die Schutzgemeinschaft für Allgemeine Kreditsicherung. Von den ihr angeschlossenen Instituten erhält die Schufa Informationen zur Beurteilung der Bonität der Kreditnehmer. Auf Anfrage stellt sie diese Informationen den Banken zur Verfügung – selbstverständlich unter strenger Beachtung des Datenschutzes.
Sollzinsbindung
Ist ein anderes Wort für Sollzinsfestschreibung. Es bezeichnet die Zeitspanne, für die der Sollzins im Darlehensvertrag fest vereinbart und somit gebunden ist. Nach Ablauf dieser Frist, kann der Kreditnehmer den Zinssatz neu verhandeln oder den Darlehensgeber wechseln.
Sollzinssatz
Der entweder gebundene oder veränderliche periodische Prozentsatz, der pro Jahr auf das in Anspruch genommene Darlehen angewendet wird – vor Inkrafttreten der neuen Verbraucherkreditrichtlinie am 11.06.2010 wurde der Sollzinssatz Nominalzinssatz genannt.
Sondertilgung
Tilgungen, die über die im Darlehensvertrag vereinbarten monatlichen Tilgungsraten hinausgehen. Durch Sondertilgungen können Darlehensnehmer zusätzliche Tilgungsleistungen erbringen und somit ihre Restschuld weiter verringern. Zudem können Sondertilgungen die regelmäßigen Darlehensraten verringern oder die Gesamtlaufzeit des Darlehens verkürzen.

T

Teilungserklärung
Erklärung eines Grundstückseigentümers gegenüber dem Grundbuchamt, dass ein Haus in verschiedene voneinander getrennte Wohnungen geteilt wird. Die Teilung wird mit der Anlegung von eigenen Wohnungsgrundbüchern wirksam. Dies ermöglicht, die einzelnen Miteigentumsanteile selbständig zu belasten. Unter anderem gibt die Teilungserklärung an, welche konkreten Gebäudeteile Sonder-, Teil- oder Gemeinschaftseigentum sind.
Tilgung
Regelmäßige Zahlung zur Rückführung eines Darlehens. Die Höhe der Tilgung entscheidet – zusammen mit dem Zinssatz – über die Höhe der Darlehensrate und über die Gesamtlaufzeit des Darlehens.
Tilgungsplan
Zeitliche Darstellung des Darlehensverlaufs in Form einer Auflistung der fälligen Zahlungen und der jeweils verbleibenden Schuld im Darlehensverlauf. Zudem zeigt der Tilgungsplan die Höhe des in der monatlichen Rate enthaltenen Zins- und Tilgungsanteils auf. Er kann jedoch nur für die Zeit der Sollzinsbindung verlässliche Zahlen benennen. Nach einer Prolongation oder Umschuldung ist ein neuer Tilgungsplan für das neue Darlehen notwendig.

U

Umschuldung
Eine Form der Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Sollzinsbindung, bei der der Darlehensgeber gewechselt wird.

V

Variabler Zins
Sollzinssatz, der nicht für eine bestimmte Zeit (z.B. 10 Jahre) festgeschrieben ist, sondern während der Laufzeit des Darlehens jederzeit einseitig durch den Darlehensgeber geändert werden kann. Häufig wird die Anpassung von einem Index (z.B. EURIBOR) bedingt.
Vorfälligkeitsentschädigung
Summe, die Kreditinstitute in der Regel verlangen, wenn ein Darlehensnehmer sein Darlehen vor Ablauf der Sollzinsbindung vorzeitig rückführen möchte.
Vorkaufsrecht
Ein im Grundbuch in Abt. II eingetragenes Recht, das dem Begünstigten zusichert, dass er im Falle eines Verkaufs an einen Dritten die Immobilie zu den zwischen Verkäufer und dritter Person ausgehandelten Vertragsbedingungen selbst erwerben kann. Möchte er dies nicht, muss er dem Verkauf zustimmen.
Vorvertragliche Informationen
Allgemeine vorvertragliche Informationen sind auf dem Europäischen Standardisierten Merkblatt festgehalten und müssen dem Darlehensnehmer sowohl vom Darlehensgeber als auch vom Vermittler rechtzeitig vor Vertragsabschluss ausgehändigt werden. Sie dienen als Überblick und Vergleichsgrundlage. Eigene vorvertragliche Informationen der Darlehensvermittler selbst müssen dem Verbraucher zusätzlich vor Abschluss des Darlehensvermittlungsvertrages übergeben werden.

W

Wohnfläche
Die Berechnung der Wohnfläche ist bei jedem Bauantrag und bei jeder Finanzierungsanfrage ein wichtiger Bestandteil. Zur Wohnfläche gehören:
- 100 % der Grundflächen von Räumen mit einer Höhe von mindestens 2 m
- 50 % der Grundflächen von Räumen mit einer Höhe zwischen 1 und 2 m sowie nach allen Seiten geschlossene Räume (z. B. Wintergärten)
- max. 50 % der Grundfläche von Balkonen, Loggien und Dachgärten, wenn sie ausschließlich zum Wohnraum gehören
Nicht anrechenbare Flächen sind der Keller, nicht ausgebaute Dachböden, Waschküchen, Trockenräume, Heizungsräume, außerhalb der Wohnung liegende Abstellräume, Schuppen und Garagen.
Wohnrecht
Recht zugunsten eines Dritten zur uneingeschränkten Nutzung einer Immobilie unter Ausschluss des Eigentümers. Das Wohnrecht kann auch auf einen Teil des Gebäudes beschränkt sein. Der Berechtigte ist befugt, weitere Personen in die Wohnung aufzunehmen. Kosten des Unterhalts der Immobilie wie Steuern, öffentliche Lasten, Reparaturen usw. trägt der Eigentümer.
Wohnwirtschaftliche Zwecke
Die Vergabe von Bauspardarlehen erfolgt nur, wenn die Gelder für einen wohnwirtschaftlichen Zweck eingesetzt werden. Als wohnwirtschaftliche Zwecke gelten der Bau, Kauf oder die Modernisierung von Immobilien. Zudem kann der Bausparer mit dem Bauspardarlehen Bauland oder Erbbaurechte erwerben oder sich Rechte zur dauerhaften Nutzung von Wohnraum (z. B. in einem Seniorenstift) sichern. Darüber hinaus ist mit diesen Mitteln die Umschuldung einer bereits bestehenden Baufinanzierung möglich.

Z

Zinsabschlag
Seit dem 01.01.1993 werden grundsätzlich alle Zinseinkünfte mit einem Abschlag versehen. Den Betrag ziehen die Kreditinstitute vom Zins ab und leiten ihn direkt an das Finanzamt weiter. Durch einen Freistellungsauftrag an das Kreditinstitut kann der Abzug verhindert werden. Zinsen auf ein Bausparguthaben sind auch ohne Freistellungsauftrag vom Zinsabschlag befreit, wenn dem Bausparer im Kalenderjahr der Gutschrift der Kapitalerträge für Bausparbeiträge eine Arbeitnehmersparzulage oder eine Wohnungsbauprämie gewährt wird.
Zinsbindungsfrist
Zeitspanne, für die der Sollzins im Darlehensvertrag fest vereinbart und somit gebunden ist. Nach Ablauf dieser Frist, kann der Kreditnehmer den Zinssatz neu verhandeln oder den Darlehensgeber wechseln.
Zuteilung
Sobald ein Bausparvertrag zu einem bestimmten Stichtag das Mindestsparguthaben, die Mindestsparzeit und die Bewertungszahl erreicht hat, kann er zugeteilt – also ausgezahlt – werden. Die Auszahlung erfolgt dann nicht automatisch, sondern muss vom Bausparer aktiv beantragt werden.
Zwangsvollstreckung
Gesetzlich geregeltes Verfahren zur Durchsetzung privatrechtlicher Ansprüche von Gläubigern gegenüber einem Schuldner.